Nachdenken über die Küche 11: Ergonomisch auf der richtigen Höhe.

In einer guten Küche muss man sich nicht bücken und nicht strecken müssen. Das ist kein frommer Wunsch, sondern zu weiten Teilen realisierbar. Voraussetzung ist die gute Planung.

Tabula Rase – die intelligente Arbeitsfläche von Wiesmann Küchen.

 

Heute wird gerne mit ergonomisch richtig gebauten Küchen geworben. Nur, wer genauer hinschaut, findet vieles wie gehabt.  Das Ziel von Ergonomie in der Küche sollte es sein, der kochenden Person eine Arbeitsgestaltung zu ermöglichen, die sie nicht ermüdet und die zu keinen Gesundheitsschäden führt, dass sie sich also möglichst wenig bücken und strecken muss.

Dabei gibt es neben der richtigen Zonenplanung verschiedene Aspekte zu beachten und mindestens einen alten Zopf abzuschneiden.

Zuerst zur richtigen Arbeitshöhe:

Es gibt Richtwerte, was ergonomisch richtig ist: Wenn man am Arbeitsplatz steht, sollte bei angewinkeltem Arm ein Abstand zwischen Unterkante Ellenbogen und Arbeitsfläche zwischen 15 und 18 cm liegen. Nicht mehr und nicht weniger. Und so sollte möglichst die ganze Küche auf die Person stimmen, die am meisten in der Küche kocht. – Also weg vom Normmass 90 cm, hin zu der Höhe, die auf die Person passt.

Und was, wenn zwei Menschen gerne gemeinsam kochen? In der Regel sicher nicht, zwei verschiedene Arbeitshöhen einbauen. Meistens ist es doch die eine Person, die mehr kocht. Für die zweite kann ein gutes Arbeitsbrett mit der nötigen Höhe seinen Dienst tun. Wir haben in unserer Manufaktur aber auch einen Tisch entwickelt, der geradezu ideal genau diesem Bedürfnis entgegenkommt: Der Hubtisch Tabula rase. Er lässt sich stufenlos auf die richtige Arbeitshöhe fahren. Entwickelt haben wir ihn für ein Paar, dass sehr oft gemeinsam in der Küche stand. Tabula rase ist nicht nur die ideale Arbeitsfläche, sondern je nach Bedürfnis mal Frühstücksbar, Kindertisch oder er trägt Abends für die Gäste das Apéro. 

Wenn zwei in der Küche praktisch gleichviel arbeiten, dann gäbe es die Möglichkeit, eine Insel höher oder tiefer zu bauen als die anderen Arbeitsflächen. Die Insel hat ihren eigenen architektonischen Charakter in der Küche. Der Sockel muss nicht genau so sein, wie die restliche Küche – und auch die Höhe muss es nicht. Die Insel darf ein Objekt für sich selber sein. Darum kann man hier mit der Höhe spielen.

Weg mit den Oberschränken und her mit weniger hohen Schubladen.

Ergonomie hat nicht nur mit Höhe zu tun, sondern auch mit Bedienerfreundlichkeit. Wie bewege ich mich in der Küche – wie komme ich an gewisse Dinge heran? – Persönlich rate ich allen und jedem davon ab, Ober- oder Hängeschränke einzubauen. Sie sind nicht nur für kleine Personen ein Unding. Da braucht man sofort einen Schemel oder ein Leiterchen. Das ist kompliziert, umständlich, muss versorgt werden und ist ein Gefahrenherd. Hier müssen Formen gefunden werden, wo im Unterbau möglichst viel gut bedienbarer Platz vorhanden ist. Helfen würde uns, wenn die Möbelindustrie Schubladen anbieten würde, die weniger hoch sind. 7 cm würden absolut reichen. So könnte man den Unterbau noch besser und intelligenter nutzen und könnte all diese so urtypischen Küchenmöbel, diese Hängeschränke, weglassen und dafür ein Bild aufhängen und die Küche würde noch mehr Teil des Wohnens. Da gibt es noch einiges aufzuholen.

Weg mit einem alten Zopf.

Der Geschirrspüler gehört in den Hochschrank! Wir haben den Backofen hochgeholt. Beim Geschirrspüler aber zieren sich immer noch viele Menschen. Es lohnt sich hier einen Blick in die Grossküchen der Köche zu werfen. In den Grossküchen zeigt sich meist, was auf dem Markt wirklich Bestand hat und was nicht. Hier hat man keine andere Bestrebung, als alles ergonomisch einzurichten. Und hier sind die Geschirrspüler da, wo sie hingehören: Auf Augenhöhe.

Viele Leute haben das Gefühl, der Geschirrspüler müsse direkt neben der Spüle stehen, weil sie alles noch vorspülen müssten. Nur: die Geschirrspüler sind heute so gebaut, dass sie die Öl- und Fettreste für ihr eigenes gutes Funktionieren brauchen. Die Maschine braucht das Fett, um die Dichtungen zu schmieren. Wer sein Geschirr also spült, schadet dem Geschirrspüler und verbraucht sinnlos Wasser.

Und noch einen Pfeil haben wir bei Wiesmann Küchen im Köcher: Das Covert Reduit. Ein Raum, der direkt an die Küche grenzt, den man als Raum gar nicht wahrnimmt. Hier gibt es Stauraum zu Hauf und man kann die Ober- oder Hängeschränke in der eigentlichen Küche vergessen.

Das sind einige meiner Gedanken zur Küche. Und jetzt wünsche ich Ihnen einen schönen Frühling und – kochen Sie gut!

Ihr Thomas Wiesmann

 

 

Ein virtueller Blick auf den Hubtisch Tabula rase und auf das Covert Reduit:

Ergonomisch auf der richtigen Höhe

Der Hubtisch Tabula rase in diversen Ausführungen

Das Covert Reduit